Mexiko
24.03.2025
Journalist entführt und ermordet
Raúl Irán Villarreal Belmont, mexikanischer Journalist und Anwalt, wurde in San Luis de la Paz, der Hauptstadt des Bundesstaates Guanajuato, erschossen. Einige Tage vor seiner Ermordung, am 11. März, hatte Villarreal Belmont auf der von ihm gegründeten Facebook-Nachrichtenseite Observatorio Ciudadano einen Betrugsfall angeprangert, in den ein lokaler Unternehmer und Regierungsbeamte verwickelt waren. Laut Polizeiangaben wurde er von bewaffneten Männern entführt und seine Leiche am 14. März morgens auf einer Landstraße gefunden. Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert die mexikanischen Behörden auf, die Täter vor Gericht zu stellen und konkrete, wirksame Maßnahmen zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten zu ergreifen.
„Die extreme Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten in Mexiko ist schockierend: Wer Korruption und Missstände aufdeckt, muss fürchten, ermordet zu werden“, sagt RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus. „Die weit verbreitete Straflosigkeit verschärft diese Krise noch. Der Mord an Raúl Irán Villarreal Belmont darf daher auf keinen Fall ungesühnt bleiben.“
Scharfe Kritik an lokaler Regierung
Villarreal Belmont war eine prominente Stimme in der Region – und aufgrund seiner kritischen Berichterstattung immer wieder Drohungen ausgesetzt. Er deckte wiederholt Korruption in der lokalen Verwaltung auf und übte scharfe Kritik an Bürgermeister Rubén Urías Ruiz von der rechtskonservativen Partei Acción Nacional (PAN).
Neben seiner journalistischen Tätigkeit war Villarreal Belmont auch politisch sehr aktiv: Im vergangenen Jahr kandidierte er für die Partei Movimiento Ciudadano als Stadtrat von San Luis de la Paz. In 2021 trat er außerdem für das Amt des Bürgermeisters an.
Bereits zwei Journalisten in Guanajuato erschossen
RSF fordert von Präsidentin Claudia Sheinbaum, Journalistinnen und Journalisten dringend besser zu schützen. Die systematische Gewalt gegenüber der Presse muss aufhören. Weniger als zwei Wochen vor dem Mord an Villarreal Belmont wurde bereits ein anderer Journalist in Guanajuato erschossen: Kristian Uriel Martínez Zavala, Gründer und Leiter der Facebook-Nachrichtenseite El Silaoense Mx. Der Bundesstaat ist eine der gefährlichsten Regionen Mexikos für Journalistinnen und Journalisten. In dem Gebiet sind das Kartell Jalisco Nueva Generación, eines der mächtigsten Kartelle des Landes, und das Santa-Rosa-de-Lima-Kartell in einen gewalttätigen Konflikt verwickelt.
Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Mexiko auf Rang 121 von 180. Das Land bleibt aufgrund der anhaltenden Gewalt gegenüber Medienschaffenden das weltweit gefährlichste Land für Journalistinnen und Journalisten außerhalb von Kriegsgebieten.
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